Dietrich Bonhoeffer Schule in Herzogenrath
 
Schwerpunkt in FiLiS


Aufbau eines lokalen Netzes

Die drei Grundschulen des Kreises Aachen, die sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, haben im September 2001 den Katalog unterschiedlicher Modelle integrativer Förderung im Anfangsunterricht fertig gestellt. Die Darstellung der verschiedenen Modelle folgt einer gemeinsam erarbeiteten Struktur:

1 Leitziele
2 Organisationsformen
3 Teamarbeit
4 Unterrichtsbausteine
4.1 Lernbereiche
4.2 Basisförderung
4.3 Schlüsselqualifikationen
5 Gelingensbedingungen
6 Ressourcen
7 Dokumentation und Evaluation

zu 5 Gelingensbedingungen

Zur Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen bereit sein
Sich Zeit für Teamarbeit nehmen
Ungefähr zwei Stunden zusätzliche Zeit pro Woche sollten die zusammenarbeitenden Kolleginnen sich für Teambesprechungen und Fallberatungen nehmen. Die so investierte Zeit wirkt sich allerdings auch entlastend und bereichernd aus:
* Die Verantwortung wird von mehreren getragen.
* Auch die anfallende Arbeit kann verteilt werden.
* Die unterschiedlichen Perspektiven, Ideen, Kenntnisse und Fähigkeiten der Teammitglieder werden sowohl bei der Unterrichtsgestaltung als auch im Umgang mit den Kindern als Bereicherung erlebt.
* Ist in einer konkreten Situation die Kraft einer Kollegin erschöpft kann die andere „übernehmen„.
Gelungene Teamarbeit ist eben mehr als die Summe ihrer Teile. Ein gutes Team „wächst immer mal wieder über sich selbst hinaus„ und das ist einfach ein sehr gutes Gefühl.

Wechselnde Unterrichtsformen realisieren
Eine flexible Unterrichtsgestaltung mit lehrerzentrierten instruktiven und schülerzentrierten offenen Phasen ist wichtig, um den sehr unterschiedlichen Lernbedürfnissen und -möglichkeiten der einzelnen Kinder gerecht werden zu können.

Konsens im Kollegium herstellen
Die Mehrheit der Kollegiumsmitglieder sollte hinter der Integrationsarbeit stehen. Es sollten verbindliche konzeptionelle und organisatorische Absprachen getroffen werden, die auch ins Schulprogramm aufgenommen werden sollten.

Heterogenität der Lerngruppe sollte man als Chance und Bereicherung sehen
und diese Chance nutzen, auch wenn streckenweise zeitliche, physische und psychische Belastungen damit verbunden sein können.


zu 6 Ressourcen

Personal
Unabdingbar ist eine personelle Besetzung mit einer Klassenlehrerin und einer Sozialpädagogin oder Schulkindergärtnerin. Wünschenswert sind darüber hinaus einige Wochenstunden einer dritten Kraft.

Material
Material für die differenzierte Förderung in den Lernbereichen ist unbedingt erforderlich. Außerdem benötigt man Materialien für die Basis- und Wahrnehmungsförderung.
(Bei uns zum Teil vom Förderverein angeschafft.)

Räume
Für mindestens 10 Wochenstunden sollte ein zusätzlicher Raum zur Verfügung stehen.


zu 7 Dokumentation und Evaluation

Leistungsprofile
Schon vor der Einschulung (nach dem Unterrichtsspiel), nach der Einschulung im Oktober und im März werden Leistungsprofile mit konkreten Förderzielen und Fördermaßnahmen für jedes integrativ geförderte Kind geschrieben.

Rück- und Ausblick
Am Ende des Kalenderjahres gibt es einen Rückblick auf die bisherige Entwicklung sowie einen Ausblick auf die weiteren Arbeitsziele und -schritte in schriftlicher Form (Fortschreibung des Schulprogramms).

Planung der weiteren Arbeit
Mit dem zukünftigen Team wird schließlich die Arbeit für das neue Schuljahr geplant. An diesen Sitzungen nehmen zusätzlich Klassenlehrerinnen des „alten„ Teams und die Schulleiterin teil.

Grenzen der Integration
Kinder

Es gibt Kinder, die trotz integrativer Förderung die Ziele des Anfangsunterrichts nicht erreichen, weil ihr Förderbedarf zu hoch ist. Meist wird für diese Kinder ein VO-SF eingeleitet.

Rahmenbedingungen
In Klassen mit mehr als 25 Kindern kann die integrative Förderung nur mit zusätzlichen personellen und räumlichen Mitteln durchgeführt werden.

Dank der einheitlichen Darstellungsstruktur können die Modelle miteinander verglichen werden.
Der Katalog wurde im Herbst 2001 auf einer SchulleiterInnenkonferenz vorgestellt und anschließend interessierten Schulen als Ideenpool zur Verfügung gestellt, die entweder eines der dargestellten Modelle, ein aus verschiedenen Elementen kombiniertes oder ein anderes, selbst konzipiertes ausprobieren wollen.

 

 
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