Martinschule Euskirchen
 
Porträt


Die Bedeutung des jahrgangsübergreifenden Arbeitens

  • Der natürliche Altersunterschied wird pädagogisch sinnvoll genutzt
    Die Kinder üben bewusst oder unbewusst gegenüber ihren Mitschülern eine Hilfs- und Vorbildfunktion aus, wobei Leistungsunterschiede eine lernanregende Wirkung haben.
  • Jährliche Änderung der Sozialstruktur
    Jedes Kind erlebt im Laufe der Grundschulzeit sowohl die Rolle des "Älteren" als auch die Rolle des "Jüngeren" und die damit einhergehenden Vor- und Nachteile. Damit ist die Auseinandersetzung um den Rangplatz in der Stammgruppe verbunden, die sich jährlich von neuem stellt. Der Rangplatz wird durch diese Organisationsform veränderbar (Klassenbester, Wortführer, Rangplatz im Leistungsbereich etc.). So erfährt das Kind, dass sich Anstrengung lohnt und dass es selbst seine Stellung in der neuen Gruppe beeinflussen kann. Somit werden feste Strukturen über 4 Grundschuljahre hinweg und die damit verbundenen negativen Auswirkungen - wie in der Jahrgangsklasse üblich - verhindert. Schulanfänger werden in die bereits gewachsene Gruppe integriert.
    Die „Sitzenbleiberproblematik“ kann stark gemindert bzw. verhindert werden.
    Kinder, die die Lernziele nicht oder teilweise nicht erreichen, brauchen nicht alleine in eine andere Klasse zu wechseln, sondern verbleiben für ein weiteres Jahr bei ihrer bisherigen Lehrerin in der vertrauten Gemeinschaft ihrer Klasse, die ja nur zur Hälfte der Klassengemeinschaft in die nächsthöhere Lerngruppe wechselt. Diese Kinder haben so die Chance, den Lernstoff nochmals in Ruhe zu erarbeiten ohne dem Stress, dem Makel und den Belastungen des "Sitzenbleibers" in einer neuen Lerngruppe - wie im Jahrgangsklassensystem notwendig - ausgesetzt zu sein.
  • Schneller lernende Kinder können zielgerichteter gefördert werden.
    Da das jahrgangsübergreifende Arbeiten vielfältige Formen der
    Differenzierung voraussetzt, ergeben sich hierdurch für leistungsstärkere Kinder ebenfalls bessere Möglichkeiten.
    Schnell lernende Kinder können die Klassen 1 und 2 in einem Jahr durchlaufen, ohne hierbei die Bezugspersonen und die Klassengemeinschaft wechseln zu müssen. Gemäß ihrem jeweiligen Leistungsstand bearbeiten sie die Lerninhalte des 1. bzw. 2. Schuljahres. Erreichen sie am Ende des 1. Schulbesuchsjahres die Ziele der Klasse 2, werden sie in Klasse 3 versetzt. Dieses Verfahren ist nur in jahrgangsübergreifenden Klassen möglich.

 

 
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