|
Die Sensibilisierung für differenzierte Sichtweisen,
der Aufbau oben beschriebener Lernkompetenz und
nicht zuletzt die Erfahrungen der Kinder im gemeinsamen
Unterricht von behinderten und nichtbehinderten
Kindern hat einen veränderten
Umgang mit Leistungsbewertung zur Folge:
Innovative Lernkultur heißt hier für
Lehrerinnen, unterschiedliche Lernvoraussetzungen
zu berücksichtigen, Anstrengungsbereitschaft
wahrzunehmen, Bewertungskriterien transparent
zu machen, intra-individuelle Entwicklungen zu
beobachten und auszuwerten ebenso wie neue Lern-Dokumentationen
(Portfolio) zu erproben.
Kinder werden in solchen Prozessen befähigt,
ihr Lernen fortlaufend zu reflektieren, ihre Leistungen
in Bezug zu ihren Zielen und Möglichkeiten
zu setzten, dies angemessen zu dokumentieren und
so Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.
Dies geschieht in dialogischen Verfahren zwischen
Kind und Lehrerin ebenso wie zwischen den Kindern
untereinander. Gemeinsame Überarbeitungen
und gemeinsame Überlegungen zur Beurteilung
helfen dem Kind, die eigene Leistung besser einschätzen
zu können. Hier wird der Blick geschärft
für einen breiten Leistungs- und Entwicklungsbegriff,
der Lernziele prozesshaft definiert und nicht
nur punktuelle Leistungen bewertet.
|